Leseprobe:
Auf der Suche
So pflanzte mich Gott,
an dieser Stelle des Lebens,
einfach so dahin.
Meine Seele, nun stand sie da.
„Wohin des Weges?“, fragte mich ein Engel,
der mir entgegenkam.
„Ich weiß es nicht, ich kenne nicht den Weg.”
„Soll ich dich führen?”, erwiderte er.
„Ich kann dich begleiten,
den Weg hell erleuchten,
damit du sehen kannst, wohin es geht,
und du sicher deine Reise fortführen kannst.”
So ging ich nun daher,
neben mir dieser wundersame Engel,
voller Liebe und Wärme ausstrahlend.
„Und was machst du hier auf der Erde?“
„Das musst du doch wissen“, sagte er,
„du hast mich doch gerufen, letzte Nacht in deinem Traum. Ich versprach, zu dir zu eilen,
so schnell ich kann. Und jetzt bin ich hier und du kannst dich nicht mehr erinnern?”
„Nein, so glaube mir, ich weiß von nichts.
Ich vergaß, was ich geträumt, doch bin ich froh, dass du nun hier bist.
Nicht in meinen schönsten Träumen hätte ich mir vorgestellt, wie es ist, einen Engel als Freund zu haben.”
Der Engel lachte. „Ihr Menschen seid doch alle gleich. Ihr glaubt nur, was eure Augen sehen, ihr hofft nur, was euch auf Hoffnung hoffen lässt. Doch glaube mir, es lohnt sich auch, an das zu glauben, was ihr in euren Träumen seht, was ihr in euren Herzen fühlt.”
Da wurde der Mensch ganz nachdenklich. Sie gingen eine Weile des Weges einher, und der Engel leuchtete mit seinem Licht der Liebe und des Glaubens den Weg.
Als sie beide nun am Ende des Weges angelangt waren, sagte der Engel: „So, lieber Mensch, nun trennen sich unsere Wege, deine Zeit ist nun hier auf Erden zu Ende, dein Lebensweg ist hier vorbei. Ab hier ist meine Aufgabe vollbracht, ich habe dich sicher bis hierher begleitet.”
Da sah der Mensch ihn mit großen Augen an. „Wie geht es weiter ohne dich? Wo muss ich hin? Wer kümmert sich jetzt um mich?”
Da erwiderte der Engel: „Glaubst du an deine Träume?”
„Ja, guter Engel, du hast es mir auf unserer Reise gelehrt.”
„Dann gehe nun, und sei dir sicher, dass hinter dem Horizont jemand auf dich wartet.”

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